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Mesomere Grenzstrukturen
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Beitrag von Mesomere Grenzstrukturen »

Ich denke die primäre Intention Moores war eine Reaktion herbeizuführen. Das unterscheidet also auch BfC von einer handelsüblichen Dokumentation. Diese tut das evtl. auch jedoch nicht in diesem Maß. So erregt Moore den Zuschauer und erzeugt Gefühle wie Wut und Misstrauen. Allerdings tut er dies ziemlich mies, nämlich falsch. Er schneidet Dinge zusammen und zitiert was ihm passt. Das ist nicht nett aber nicht verboten. Und er macht dasselbe was die Gegenseite macht. Nur in Grün. Ich finde das okay. Er hätte nur keinen Oscar kriegen dürfen. Ausserdem sollte der Kerl diese Auszeichnung nicht als Gewinn ansehen sondern eher als Verlust. Ich finde die Academy Awards ziemlich peinlich und das schon lange.
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HellBoy
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Beitrag von HellBoy »

So dann will ich mal auch meinen Senf zu "Bowling in Columbine" dazugeben.
Eines vorweg, ich habe den Film gesehen und fand ihn sehr gut. Allerdings stimmt es auch, dass der Herr Moore, sich gerne die Fakten ein wenig zurecht biegt (was auch in seinem Buch deutlich wird), andererseits aber auch ein Gespür speziell für zeitliche Überschneidungen hat (so z.B. am Anfang des Films als er zeigt, dass zur gleichen Zeit als das Columbine Massaker stattfand, die US-Airforce ein Kinderkrankenhaus in Belgrad traf, pikant, pikant).
Auch sonst: Nett auch die Information, dass die NRA an allen Orten, wo derartige Fälle vorkamen, so auch in Columbine erstaml einen Kongress veranstaltet.
Auch sehr gut eingefangen der "Solidaritäts"-Aufkleber auf den Lockheed- Waffentransportern: "We are Columbine"
Sicher ist das tendenziell und daher keine Dokumentation, andererseits gibt es aber auch keinen Satire- oder (entschuldigung Satire ist es ja auch nicht) Polemik-Oskar. Den Oscar-Gecken ging es wohl ohnehin nur um den zu erwartenden Protest-Faux-Pas während der Veranstaltung, na und der kam ja auch.
Die Qualität eines Films ist aber nicht davon abhängig, ob man ihn einordnen kann oder nicht, und auch nicht davon welche Preise er wofür kriegt.
Ich fand ihn gut, obwohl es auch Schwächen gibt. (z.B. die "Heulszene" mit der Kinderlehrerin, die doch seitens Moore ein wenig halbseiden inszeniert) wirkt.
Kann sein, kann auch nicht sein.
Man weiss es nicht.
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