Schleimige Bewerbungsphrasen
- HellBoy
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Ich nehme keine Drogen und trinke auch keinen Alkohol. Ich bin strikter Asket, das können sie mir glauben.
Als Gehaltsvorstellung halte ich 100.000.000 Schweizer Franken pro Monat für angemessen, die ich selbstverständlich nur an gemeinnützige Organisationen (Tierschutzbund, Umweltschutzbund, CDU) spenden werde.
Als Gehaltsvorstellung halte ich 100.000.000 Schweizer Franken pro Monat für angemessen, die ich selbstverständlich nur an gemeinnützige Organisationen (Tierschutzbund, Umweltschutzbund, CDU) spenden werde.
Kann sein, kann auch nicht sein.
Man weiss es nicht.
Man weiss es nicht.
- tranquilizer
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skurrile Absagen
Um mal wieder alte Sachen aufzuwärmen, vielleicht könnte man ja einige merkwürdige Absagen diesem Strang zufügen. Ist wahrscheinlich nur Minderheitenhumor, aber eine Freundin von mir bekam letztens das hier zu lesen:
Völlig ahnungslos,
Ihr T
Dahinter muss sich ein ziemlich tiefer Sinn verbergen?"...leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich mich nicht für Sie entschieden habe. Dies hängt vor allem mit der Berücksichtigung einer ausgewogenen Teamzusammensetzung von Geschlecht und Alter zusammen. Ich danke Ihnen für das Interesse, das Sie entgegengebracht haben und wünsche Ihnen für Ihr Studium noch viel Erfolg."
Völlig ahnungslos,
Ihr T
Einer der treffendsten Bewerbungssätze findet sich in dem ohnehin tollen Ärzte-Film „Richie Guitar“. Die Szene geschieht, wie so viele gute Film-Witze, mehr so im Off. Farin bewirbt sich für einen total ätzenden Malocher-Job in einem Getränkelager. Vor ihm wird ein anderer Typ in das Besprechungszimmer gebeten, und sagt zu dem Personalfuzzi den schönen Satz:
„Also, ich hab’ mich schon immer für Getränke interessiert.“
Und das wäre doch bei vermutlich uns allen mal wirklich NICHT gelogen.
mine’s a kronenbourgh, mate (The Streets)
„Also, ich hab’ mich schon immer für Getränke interessiert.“
Und das wäre doch bei vermutlich uns allen mal wirklich NICHT gelogen.
mine’s a kronenbourgh, mate (The Streets)
BILD berichtet gestern über unsere neue Bundespräsidentin Köhler ("Das wird unser neuer Bundespräsident!"), seine schlechteste Eigenschaft sei .... Ungeduld! Also genau das, was in diesen ganzen "Richtig-Bewerben"-Schmökern immer drinsteht, wenn es um die Rubrik "meine schlechteste Eigenschaft" geht - weil Dynamik, Ehrgeiz und andere Luftikustugenden bedeutsamend. Wir bekommen demnächst also einen ungeduldigen Präsidenten, der prima in unser Blubberbla-Land passt und trotzdem auch mal die Peitsche knallen lässt.
- Pikahuna Burger
- Beiträge: 569
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[bewerbung]
Ich habe in den Medien erfahren, daß Sie - ein Konsortium bestehend aus deutschen boden- und mittelständischen Unternehmen - in arge Bedrängnis geraten sind, seit der Global Player SuperLupo auf den deutschen Mautmarkt drängt. Als Bürger dieses Landes sehe ich es als meine Pflicht Sie zu unterstützen. Darum bewerbe ich mich hiermit um eine Stelle für ein Praxissemester....
[/bewerbung]
Meinen Sie damit hätte ich eine Chance bei Toll Collect?
Ich habe in den Medien erfahren, daß Sie - ein Konsortium bestehend aus deutschen boden- und mittelständischen Unternehmen - in arge Bedrängnis geraten sind, seit der Global Player SuperLupo auf den deutschen Mautmarkt drängt. Als Bürger dieses Landes sehe ich es als meine Pflicht Sie zu unterstützen. Darum bewerbe ich mich hiermit um eine Stelle für ein Praxissemester....
[/bewerbung]
Meinen Sie damit hätte ich eine Chance bei Toll Collect?
Hallo erstmal ! Grüße vom PIKATOR
- Schwulheitserreger
- Beiträge: 112
- Registriert: 19. Dez 2003, 11:39
Einen wunderschönen guten Tag zusammen!
Ich krame diesen uralten Strang mal wieder heraus, weil ich eine ernsthafte Frage stellen will.
Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich auf eine Stelle, die nicht Ihrem Profil entspricht. Sie befürchten also eine Absage wegen Überqualifizierung. Wie würden Sie formulieren, dass Sie die Stelle trotzdem antreten möchten da das ausgeschriebene Aufgabengebiet auch Ihren beruflichen Wünschen entspricht? Eine verbale Täuschung so zusagen, die von Ihrem Titel oder akademischen Grad, Abschluss, etc. ablenkt.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir die Sprachästheten unter Ihnen hilfreich unter die Arme greifen könnten. Mir fällt leider nichts ein. Außerdem weiß ich nicht wirklich, ob es überhaupt so etwas gibt. In allen Bewerbungsbüchern steht immer nur, dass man nach Möglichkeit seine persönlichen und fachlichen Eignungen in den Vordergrund setzen soll. Nirgends steht aber wie man sich auf quasi „niedere“ Stellen bewirbt.
In freudiger Erwartung Ihrer Lösungsansätze verbleibe ich
Ich krame diesen uralten Strang mal wieder heraus, weil ich eine ernsthafte Frage stellen will.
Stellen Sie sich vor, Sie bewerben sich auf eine Stelle, die nicht Ihrem Profil entspricht. Sie befürchten also eine Absage wegen Überqualifizierung. Wie würden Sie formulieren, dass Sie die Stelle trotzdem antreten möchten da das ausgeschriebene Aufgabengebiet auch Ihren beruflichen Wünschen entspricht? Eine verbale Täuschung so zusagen, die von Ihrem Titel oder akademischen Grad, Abschluss, etc. ablenkt.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir die Sprachästheten unter Ihnen hilfreich unter die Arme greifen könnten. Mir fällt leider nichts ein. Außerdem weiß ich nicht wirklich, ob es überhaupt so etwas gibt. In allen Bewerbungsbüchern steht immer nur, dass man nach Möglichkeit seine persönlichen und fachlichen Eignungen in den Vordergrund setzen soll. Nirgends steht aber wie man sich auf quasi „niedere“ Stellen bewirbt.
In freudiger Erwartung Ihrer Lösungsansätze verbleibe ich
Der Schwulheitserreger
-
Personalscheff
- MariaTequila bängbängbäng
- Beiträge: 144
- Registriert: 9. Mär 2005, 21:40
- Wohnort: Taumelstein
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Na, die Minderbegabtentätigkeit schon verinnerlicht? Ansonsten:Schwulheitserreger hat geschrieben:Sie befürchten also eine Absage wegen Überqualifizierung. Wie würden Sie formulieren, dass Sie die Stelle trotzdem antreten möchten da das ausgeschriebene Aufgabengebiet auch Ihren beruflichen Wünschen entspricht? Eine verbale Täuschung so zusagen, die von Ihrem Titel oder akademischen Grad, Abschluss, etc. ablenkt.
...ist es mir nicht gelungen, die bisherigen beruflichen Erfolge mit meinen persönlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Eine Umorientierung zu basisorientierten Tätigkeitsfeldern liegt daher für mich nahe. Ich wäre deshalb erfreut, bei der Besetzung der ausgeschriebenen Stelle...
Unter Bewußtsein, das muß kein Verlust sein!
- Auch Adorno
- Beiträge: 9
- Registriert: 26. Apr 2005, 17:38
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Erst jetzt sehe ich diesen Beitrag. Sicher haben Sie sich schon beworben, aber trotzdem: Das Negativum "nicht gelungen" wuerde ich mal lieber weglassen. Lieber postiv an die Sache herangehen. Sehr gut passt dabei das Wort "Herausforderung", das sich eigentlich immer schoen an den Mann/die Frau bringen laesst, wenn man von irgendwas keine Ahnung hat.MariaTequila bängbängbäng hat geschrieben:Na, die Minderbegabtentätigkeit schon verinnerlicht? Ansonsten:Schwulheitserreger hat geschrieben:Sie befürchten also eine Absage wegen Überqualifizierung. Wie würden Sie formulieren, dass Sie die Stelle trotzdem antreten möchten da das ausgeschriebene Aufgabengebiet auch Ihren beruflichen Wünschen entspricht? Eine verbale Täuschung so zusagen, die von Ihrem Titel oder akademischen Grad, Abschluss, etc. ablenkt.
...ist es mir nicht gelungen, die bisherigen beruflichen Erfolge mit meinen persönlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Eine Umorientierung zu basisorientierten Tätigkeitsfeldern liegt daher für mich nahe. Ich wäre deshalb erfreut, bei der Besetzung der ausgeschriebenen Stelle...
(Koennen Sie Java? Dieser Herausforderung waere ich natuerlich bereit mich zu stellen...), daher:
...ermutigt durch meine bisherigen beruflichen Erfolge moechte ich mich neuen Herausforderungen stellen, die meinen persoenlichen Interessen (Beduerfnissen?) entgegenkommen. Eine Umorientierung... [wie oben weiter]
Nein, ich bin nicht Adorno, das ist dieser andere da in dem Strang da drueben...
Aber denken Sie wirklich, daß sich noch irgendwer von Herausforderungsgeschwafel beeindrucken läßt?
Ich hatte doch einige Zeit (und immer noch gelegentlich) Gelegenheit, mir Bewerbungen von unfähigen Trotteln, die auf der Suche nach einer "Herausforderung" sind, anzugucken. Die Herausforderung bestand in vielen Fällen in einem objektiv öden, zumindest in keinem Fall außerordentlich anspruchsvollen oder aussichtsreichen, Job. Da ist man denn doch schonmal versucht, denen die Herausforderung anzubieten, einem den Hof zu fegen. Als besondere Herausforderung gibt's auch kein Geld dafür.
Und ganz neu ist es ja auch nicht, den Bewerbern zu empfehlen, auch Mißgeschicke eingestehen zu können. Da wäre die vorherige Lösung ja vielleicht doch besser.
Ich weiß es nicht. Bewerbungsanschreiben sind was fürchterliches.
Was ich allerdings nicht empfehlen würde, neulich aber tatsächlich in einer Bewerbung um einen Programmierjob so gesehen habe, ist die Formulierung: "Mein Studium der Psychotherapie würde Ihrem Unternehmen sicherlich auch sehr zugute kommen."
Dabei wußte der noch nichtmal, wie nahe er dran war, hätte er denn tatsächlich das, was gemeinhin als "Studium der Psychotherapie" gelten mag, absolviert. Tatsächlich war das anscheinend ein besserer Volkshochschulkurs und somit auch nicht geeignet, den Haufen Irrer, bei dem er sich beworben hat, zu kurieren.
Ich hatte doch einige Zeit (und immer noch gelegentlich) Gelegenheit, mir Bewerbungen von unfähigen Trotteln, die auf der Suche nach einer "Herausforderung" sind, anzugucken. Die Herausforderung bestand in vielen Fällen in einem objektiv öden, zumindest in keinem Fall außerordentlich anspruchsvollen oder aussichtsreichen, Job. Da ist man denn doch schonmal versucht, denen die Herausforderung anzubieten, einem den Hof zu fegen. Als besondere Herausforderung gibt's auch kein Geld dafür.
Und ganz neu ist es ja auch nicht, den Bewerbern zu empfehlen, auch Mißgeschicke eingestehen zu können. Da wäre die vorherige Lösung ja vielleicht doch besser.
Ich weiß es nicht. Bewerbungsanschreiben sind was fürchterliches.
Was ich allerdings nicht empfehlen würde, neulich aber tatsächlich in einer Bewerbung um einen Programmierjob so gesehen habe, ist die Formulierung: "Mein Studium der Psychotherapie würde Ihrem Unternehmen sicherlich auch sehr zugute kommen."
Dabei wußte der noch nichtmal, wie nahe er dran war, hätte er denn tatsächlich das, was gemeinhin als "Studium der Psychotherapie" gelten mag, absolviert. Tatsächlich war das anscheinend ein besserer Volkshochschulkurs und somit auch nicht geeignet, den Haufen Irrer, bei dem er sich beworben hat, zu kurieren.
- MariaTequila bängbängbäng
- Beiträge: 144
- Registriert: 9. Mär 2005, 21:40
- Wohnort: Taumelstein
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Eine furchtbare Killerphrase ist es auch, unter der Rubrik BESONDERE INTERESSEN anzugeben: Statistik.
Wir waren nahe dran, uns diesen Bewerber zum Vorstellungsgespräch zu holen, um herauszukriegen, was er meint. Eigentlich gab es nur drei Möglichkeiten:
1. Der Bewerber beschäftigt sich mit den Lebensläufen irgendwelcher Bands und schreibt fleißig mit, wann wo wieviele Zuschauer kamen oder Platten verkauft worden sind oder so. Zu aufwendige Nebenbeschäftigung und leider als solche zu sehr bürogeeignet.
2. Der Bewerber ist psychotisch und interessiert sich tatsächlich für Statistiken an sich. Dann würde er stets heimliche Aufzeichnungen führen, wann wie lange jemand auf dem Klo war und danach berechnen, dass der Teamleader zwar mehr verdient als der Praktikant, aber der Praktikant sich die teureren Pinkelpausen genehmigt. Das wäre nicht teamfähig.
3. Der Bewerber ist auf einen besonders bescheuerten Bewerbungstrainer hereingefallen, der ihm den dummen Rat gab, originell aufzutreten.
Okay, es gab auch andere Bewerber - wir sind noch fündig geworden.
Ja, Bewerbungsanschreiben sind wirklich furchtbar. Besonders die, denen man ansieht, dass sie in Serie produziert worden, weil sich die Leute auf alles bewerben, was nur entfernt die Aussicht auf Erfolg hat.
Andererseits tun einem die Bewerber auch wieder richtig leid: Ungewollt, finanziell unterversorgt, von der Politik missbraucht, als Geschäftsgegenstand der Bewerbungsbranche verwendet und jeweils zum "Fall" der öffentlichen Verwaltung degradiert tragen sie unverdrossen ihr Qentchen Hoffnung in eine Mappe geheftet zur Post...
Aber Schluß, das ist jetzt vielleicht doch Sozialkitsch...
@auch adorno: "nicht gelungen" ist unglücklich, jawohl. Aber andererseits muss ja deutlich werden, dass der Bewerber kein Interesse mehr hat, die Hierarchieleiter zu erklettern. "Herausforderung" erscheint doch in der Regel eher dazu geeignet, den Willen zur Kompetenzerweiterung (bzw. -überschreitung) anzuzeigen. Ich glaube, hier besteht noch Diskussionsbedarf.
Wir waren nahe dran, uns diesen Bewerber zum Vorstellungsgespräch zu holen, um herauszukriegen, was er meint. Eigentlich gab es nur drei Möglichkeiten:
1. Der Bewerber beschäftigt sich mit den Lebensläufen irgendwelcher Bands und schreibt fleißig mit, wann wo wieviele Zuschauer kamen oder Platten verkauft worden sind oder so. Zu aufwendige Nebenbeschäftigung und leider als solche zu sehr bürogeeignet.
2. Der Bewerber ist psychotisch und interessiert sich tatsächlich für Statistiken an sich. Dann würde er stets heimliche Aufzeichnungen führen, wann wie lange jemand auf dem Klo war und danach berechnen, dass der Teamleader zwar mehr verdient als der Praktikant, aber der Praktikant sich die teureren Pinkelpausen genehmigt. Das wäre nicht teamfähig.
3. Der Bewerber ist auf einen besonders bescheuerten Bewerbungstrainer hereingefallen, der ihm den dummen Rat gab, originell aufzutreten.
Okay, es gab auch andere Bewerber - wir sind noch fündig geworden.
Ja, Bewerbungsanschreiben sind wirklich furchtbar. Besonders die, denen man ansieht, dass sie in Serie produziert worden, weil sich die Leute auf alles bewerben, was nur entfernt die Aussicht auf Erfolg hat.
Andererseits tun einem die Bewerber auch wieder richtig leid: Ungewollt, finanziell unterversorgt, von der Politik missbraucht, als Geschäftsgegenstand der Bewerbungsbranche verwendet und jeweils zum "Fall" der öffentlichen Verwaltung degradiert tragen sie unverdrossen ihr Qentchen Hoffnung in eine Mappe geheftet zur Post...
Aber Schluß, das ist jetzt vielleicht doch Sozialkitsch...
@auch adorno: "nicht gelungen" ist unglücklich, jawohl. Aber andererseits muss ja deutlich werden, dass der Bewerber kein Interesse mehr hat, die Hierarchieleiter zu erklettern. "Herausforderung" erscheint doch in der Regel eher dazu geeignet, den Willen zur Kompetenzerweiterung (bzw. -überschreitung) anzuzeigen. Ich glaube, hier besteht noch Diskussionsbedarf.
Unter Bewußtsein, das muß kein Verlust sein!